Co Create MV

Online-Branchenkonferenz der Kultur- & Kreativwirtschaft
Mecklenburg-Vorpommern 2020 | 16.-19. November

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KREATOPIA 2020

17.11.20 / 16-18.15 UHR / ZOOM
CO CREATE
CROSS INNOVATION

Wie gelingen Kokreationen zwischen Kreativwirtschaft und klassischen Wirtschaftsbranchen? Produkte, Dienstleitungen, Prozesse, Organisationen, Methoden

Moderation: ANTJE HINZ / Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft Westmecklenburg & MassivKreativ

„Wer die Zukunft vorhersagen will, muss sie erfinden.“

Alan Kay, US-amerikanischer Informatiker, Privatdozent, Jazzgitarrist, Organist, Komponist und Theatergestalter

Menschen sind kreativer und leistungsstärker, wenn sie auf Kooperation, Kollaboration und Kokreation setzen.
Doch warum ist das so? Inwiefern ist kokreatives Arbeiten zukunftsweisend und chancenreicher? Warum ist die Zeit der Alleingänge und der Einzelkämpfer vorbei? Welche Mehrwerte entstehen in kokreativen Prozessen? Mit welchen Methoden und unter welchen Rahmenbedingungen verläuft kokreatives Arbeiten zielführend und erfolgreich?

Im digitalen Panel „Co Create: Cross Innovation“ stellen Unternehmer*innen aus klassischen Wirtschaftsbranchen und Kreativschaffende ihre gemeinsamen kokreativen Projekte vor. Sie zeigen, inwiefern eine kokreative Zusammenarbeit in innovative Ergebnisse münden kann: in Produkte, Service- und Dienstleistungen, Prozesse, Organisationsformen und kokreative Orte.

Ihr könnt als Teilnehmer*innen kokreativ dabei sein: Fragen stellen, Euch inspirieren lassen, Euch mit den Unternehmer*innen, Kreativschaffenden und Teilnehmer*innen in kurzen Serendipity-Runden in den break-out-rooms austauschen und mitdiskutieren. Herzlich willkommen!

16.10-16.20 Uhr: Keynote 1

„Methoden, Nutzen, best practices von kokreativem Arbeiten im Cross Innovation Hub der Kreativgesellschaft Hamburg“

RAFFAELA SEITZ / Veranstaltungskonzeption & -organisation im Cross Innovation Hub, Kreativgesellschaft Hamburg

Der Cross Innovation Hub der Hamburg Kreativ Gesellschaft dient als Plattform, um neue Innovationspotenziale in der Zusammenarbeit von Kreativwirtschaft und anderen Branchen zu erschließen. In ihrem Impulsvortrag wird Raffaela Seitz auf das Potenzial von Cross Innovation mit der Kreativwirtschaft und entsprechende Rahmenbedingungen eingehen. Sie gibt Einblicke in zwei Best Practice-Formate: das Cross Innovation Lab und das Emergency Lab, in denen jeweils visionäre Kreativschaffende unterschiedlicher Disziplinen mit Unternehmensakteuren der klassischen Wirtschaft (u.a. Vibracoustic, Garz & Fricke und Trailer Lloyd) auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen für (akute) Geschäftsherausforderungen zu entwickeln.

Der Cross Innovation Hub wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Raffaela Seitz / © Oliver Reetz, Kreativgesellschaft Hamburg

Raffaela Seitz ist für die Konzeption und Organisation branchenübergreifender Angebote im Cross Innovation Lab der Kreativgesellschaft Hamburg verantwortlich.
Als studierte Kulturwissenschaftlerin (Leuphana Universität Lüneburg) und Kunsthistorikerin (University College London) mit ökonomischem Studienhintergrund (Universität Mannheim, Leuphana Universität Lüneburg, London School of Economics and Political Science) bewegt sie sich an der Schnittstelle von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Bevor Seitz das Team der Kreativgesellschaft Hamburg verstärkte, war sie im Bereich strategische Innovationsberatung und Trendforschung tätig.
Der Cross Innovation Hub wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
https://kreativgesellschaft.org/innovation/cross-innovation-lab/

16.20-16.30 Uhr:
Fragen der Teilnehmer*innen über Chat oder Video

16.30-16.40 Uhr: Keynote 2

Von Gdynia bis nach Neustrelitz - traditionelle Unternehmen und Kreativschaffende aus dem südbaltischen Raum erarbeiten gemeinsam nachhaltige Lösungen

LENA HOFFSTADT / Projektmanagement / Coaching Positive Psychologie bei fint e.V – Gemeinsam Wandel gestalten

Das South Baltic InterReg EU Projekt “CTCC – Creative Traditional Companies Cooperation” hat sich zum Ziel gesetzt, Kreativschaffende und Unternehmen der Blue und Green Economy grenz- und branchenübergreifend in erfahrungsbasierten Lernformaten zusammenzubringen und kokreativ Lösungen für bestehende Fragestellungen zu entwickeln. Neben Projektpartnern aus Litauen, Schweden, Polen und Dänemark begleitete die Quereinsteiger-Projektmangerin Lena Hoffstadt von “fint – Gemeinsam Wandel gestalten e.V.” aus Rostock gemeinsam mit der Hochschule Wismar fünf kokreative Tandems in einem anderthalbjährigen Innovationsprozess: vom Kennenlernen und Beschnuppern im gechartererten Reisebus auf dem Weg zu einem CTCC Workshop nach Gdynia über einen Tag eins-zu-eins Jobshadowing bis hin zu fünf Tagen Design Thinking-Innovationswerkstatt in der Basiskulturfabrik in Neustrelitz. Auf der KREATOPIA Branchenkonferenz berichtet Lena Hoffstadt über Herausforderungen und Erfahrungen mit solch einem kokreativen Innovationsprozess.

Das Projekt „Creative Traditional Companies Cooperation CTCC“ wird im Rahmen des Interreg South Baltic Programm mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Lena Hoffstadt / © Shahan Shahbaz

Lena Hoffstadt hat einen Masterabschluss in klinischer Psychologie der Universität Lübeck und absolviert berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin. Sie bringt ein besonderes Interesse für Motive, Bedürfnisse und Interaktion von Menschen mit. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf den Prinzipien der Positiven Psychologie. Während ihres Studiums hat sie erste Erfahrungen mit agilen Arbeitsmethoden gemacht. Sie thematisiert, wie Arbeitnehmende und -gebende die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 als Chance wahrnehmen und für sich nutzen können. www.fint.team

17.00-17.10 Uhr: Kurz-Interviews 1

1. Co Create Cross Innovation: Kundenservice durch passende Dienstleistungen zum Produkt – Wie kann Kokreation dabei helfen, das Produktangebot durch passenden Dienstleistungen für Kund*innen zu erweitern?

ULF LUNGE / Geschäftsführer Lunge Manufaktur Düssin & Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH
JAN LUNGE / IT und Kommunikationsdesigner, Online Marketing Rockstars 

Das Unternehmen Lunge ist seit vielen Jahren Händler und Produzent von Laufschuhen. In der Lunge-Manufaktur im historischen, ehemaligen Kuhstall im mecklenburgischen Düssin entstehen die Schuhe hauptsächlich aus Materialien aus Deutschland. Die Herstellung erfolgt mit modernen, automatisierten Fertigungstechniken sowie in sorgfältiger handwerklicher Fertigung. Neben der Produktherstellung bietet Lunge seinen Kund*innen auch passgenaue Dienstleistungen in Kokreation, wie z. B. eine individuelle Anpassung der Schuhe in Kooperation mit Orthopädie- und Schuhtechnikern sowie eine personalisierte datengestützte Laufanalyse. Die Kund*innen können die Ergebnisse digital mit nach Hause nehmen, über einen QR-Code jederzeit abrufen und beim nächsten Besuch im Laufladen die Analysedaten vergleichen und aktualisieren.

Ulf Lunge, Geschäftsführer Lunge Manufaktur Düssin & Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH sagt: „Durch Kreative wird der technische Möglichkeitsrahmen in unserer Manufaktur konkret in Produkten und Verbesserungen abgebildet. Sie helfen, die Sicht und Erwartungshaltung des Kunden in verkaufsfähige Produkte zu integrieren. Wir erhalten Optionen für die Skalierung der Unternehmensleistung, weil wir modulare Konzepte in zahlreiche Varianten überführen können. In Einzelentwicklung des Produktes würde das zu lange dauern und wäre zu aufwendig. Unsere Industriedesigner beraten uns bei der Gesamtkonzeption und der Differenzierung in 3D, um Produkte mit konkreten Formgestaltungen und einer eigenen Designsprache für unser Unternehmen zu entwickeln. So können wir z. B. auch eine geringe Stückzahl von 200 Schuhen für andere Firmen und prominente Sportler in einem eigenen Corporate Design fertigen. Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, weil alle anderen Hersteller mindestens 3.000 Paar Aufträge benötigen und dabei sehr beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten haben. Die Individualisierung ist aufgrund der Attraktivität der Außendarstellung für Firmen von uns ein starker Zukunftsmarkt. Mit weiterer Flexibilisierung der Produktion hin zur Lotgröße 1 werden kokreative Prozesse auch in die Cloud verlagert und der Crowd übergeben. D.h. der Kreative wird Schuhe virtuell entwickeln können und in beliebiger Paarzahl fertigen lassen können.“

Ulf Lunge / © Lunge.com

Ulf Lunge gründete 1979 bereits als Schüler in Hamburg mit dem “Run Store“ ein 28qm großes Fachgeschäft für Läufer. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre. Ulf Lunge ist selbst passionierter Läufer, sein größter Erfolg: 1983 wurde er Hamburger Marathonmeister (Zeit: 2:23:17). Heute betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder mit der Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH die größte Laufschuhkette in Deutschland mit den 4 größten Laufläden weltweit. 2008 gründete Ulf Lunge im mecklenburgischen Düssin die Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH Schuhmanufaktur mit eigener Fertigung von Funktionsschuhen.

Lunge Lauf- und Sportschuhe GmbH Schuhmanufaktur &  Laufladen: www.lunge.com

17.10-17.15 Uhr:
2-3 Fragen der Teilnehmer*innen über Chat oder Video

17.15-17.25 Uhr: Kurz-Interviews 2

2. Co Create Cross Innovation: Originelle Holzaccessoires durch Forschung und Entwicklung – Warum ist Kokreation geeignet, neue Produkte durch Forschung und Entwicklung voranzutreiben?

TORSTEN & KRISTINA GOERTZ / Goertz Möbelmanufaktur GmbH Wismar

JAN SENDER / Abteilungsleitung Produktionssysteme und Logistik, Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP Rostock

Hightech und Handwerk, Backstein und Holz prägen das Hafenviertel in Wismar. Hier ist die gläserne Goertz Möbelmanufaktur beheimatet. Kristina Goertz ist Architektin, Torsten Goertz gelernter Möbeltischler. Als er 2010 seine eigene Firma gründete, baute er die ersten Möbel bei sich zu Hause im Schuppen zusammen. Heute beschäftigt er zehn Mitarbeiter*innen und ist Herr über einen Maschinenpark. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IGP Rostock erarbeitet die Goertz Möbelmanufaktur eine Roboterlösung für eine flexible automatisierte Sonderteilfertigung im Holzbau. Damit sollen Holz-Accessoires nach individuellen Kundenvorgaben entstehen. Durch intuitive Bedienung soll der Kunde befähigt werden, den Prozess selbstständig und ohne vorherige Einweisung von der Produktplanung bis zur Fertigung abzuarbeiten. Das FuE-Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Kristina & Torsten Goertz / © Uwe Tölle

Torsten Goertz absolvierte eine Ausbildung zum Möbeltischler und schloss 2003 sein betriebswirtschaftliches Studiums an der Hochschule in Wismar ab. Bis 2010 war er bei Krankenkassen als Vertragsverhandler und im Krankenhaus im Bereich Qualitätsmanagement tätig. 2010 machte er sich als Tischler mit der Goertz Möbelmanufaktur selbständig. 2016 wurde seine Gläserne Möbelmanufaktur am Hafen von Wismar fertig gestellt, derzeit arbeitet er gemeinsam mit acht Angestellten und drei Auszubildenden.

Kristina Goertz hat einen Studienabschluss als Dipl.Ing. für Architektur an der Hochschule in Wismar. Von 2000 bis 2003 arbeitete sie als Architektin bei Cepezed in Delft, von 2003 bis 2012 im Büromanagement bei der IEM GmbH in Wismar. Seit 2012 ist sie selbstständig als Einrichtungsberaterin sowie bei der Goertz Möbelmanufaktur GmbH im Bereich Marketing, Personal, im Onlineshop und Ladengeschäft tätig. www.moebelgoertz.de

Dr.-Ing. Jan Sender / © Fraunhofer IGP

Dr.-Ing Jan Sender ist Abteilungsleitung Produktionssysteme und Logistik am Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP Rostock. Er studierte Wirtschaftsingenieurswesen an der Universität Rostock, leitete von 2009-2019 die Gruppe Unternehmens- und Produktionsorganisation am Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP. 2019 übernahm er die Leitung der Abteilung Produktionssysteme und Logistik. Er promovierte auf dem Gebiet der Fabrikplanung und übt eine Lehrtätigkeit an der Universität Rostock sowie der Hochschule Stralsund aus. https://www.igp.fraunhofer.de/de/Im_Profil/Ihre_Ansprechpartner_nach_Branche.html

17.25-17.30 Uhr:
2-3 Fragen der Teilnehmer*innen über Chat oder Video

17.30-17.40 Uhr: Kurz-Interviews 3

3. Co Create Cross Innovation: Neue Geschäftsfelder und Innovationsprozesse durch kokreative Methoden anstoßen – Inwiefern können kokreative Methoden dabei helfen, Innovationsprozesse in einem Unternehmen anzustoßen? Welche kokreativen Räume braucht es dazu?

NORBERT OLSCHEWSKI / Stadtwerke Rostock AG

VERONIKA BUSCH / Innovationscoach, fint – Gemeinsam Wandel gestalten

Die Stadtwerke Rostock sind ein Dienstleistungsunternehmen mit 650 Mitarbeiter*innen (inklusive Netzgesellschaft), das eine zuverlässige, umweltschonende und wirtschaftliche Versorgung mit Fernwärme, Erdgas und Strom bietet. Um neue Geschäftsfelder zu entwickeln, engagierte die Stadtwerke Rostock AG Kreativschaffende vom Rostocker Verein fint e.V., der nachhaltige Veränderungsprozesse umsetzt und gesellschaftlichen Wandel vorantreibt und begleitet. In einem mehrstufigen Prozess leitete Innovationscoach Veronika Busch eine divers zusammengesetzte Gruppe von Mitarbeiter*innen an, eine neue Dienstleistung für Kund*innen zu entwickeln: die Betriebskostenabrechnung für Geschäftskunden, wie z. B. Wohnungsverwalter und Hauseigentümer. In einer interaktiven Betriebsprozess-Schulung brachte Veronika Busch einen Methodenmix mit Elementen aus der Organisationsentwicklung und dem kreativen nutzerorientierten Design Thinking zur Anwendung. Aus Mitarbeiterbefragungen und weiteren Recherchen entwickelte der Zeichner Florian Kausch einen Comic, der dabei half, Prototypen für den Vertrieb der neuen Serviceleistung zu entwickeln. Um agiles, kokreatives Denken und Handeln in die Unternehmenskultur zu implementieren, planen Norbert Olschewski und Veronika Busch nun gemeinsam für die Stadtwerke einen Coworking Space, in dem sich Mitarbeiter*innen verschiedener Abteilungen austauschen und zusammenarbeiten können.

Norbert Olschewski / © Stadtwerke Rostock AG

Norbert Olschewski ist seit dem Jahr 2000 als Führungskraft im Vertrieb der Stadtwerke Rostock AG tätig, aktuell verantwortlich für den Fachbereich Verkauf, Energie und Dienstleistungen. Zuvor war er als Kundenberater im Vertrieb der Stadtwerke aktiv und bereits seit 1985 in der Energiebranche beschäftigt. Olschewski absolvierte eine Berufsausbildung als Maschinist und durchlief Qualifizierungen als Industriemeister und Fachkaufmann Vertrieb. Norbert Olschewski ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder. www.swrag.de

Veronika_Busch / © Matthias Marx

Veronika Busch ist System-Designerin und unterstützt seit 2012 Gruppen dabei, Veränderungsprozesse zu gestalten. Sie hilft als Prozessbegleiterin und Organisationsberaterin dabei, die Innovationsfähigkeit sowie Kreativität in Arbeits- und Lebenskulturen zu stärken. Sie ist Absolventin der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und hat seit 2012 EU-weit vielfältige Design Thinking und Veränderungs-Prozesse konzipiert, begleitet und durchgeführt. Sie hat einen Master of Public Policy der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, einen Betriebswirt der Dualen Hochschule Karlsruhe und fünf Jahre berufliche Erfahrung bei einem Pharmakonzern in Basel gesammelt, zwei davon im Bereich strategischer Sozialverantwortung. Veronika ist geschäfts- und personalführendes Vorstandsmitglied von fint e.V. – gemeinsam Wandel gestalten. www.fint.team/

17.40-17.45 Uhr:
2-3 Fragen der Teilnehmer*innen über Chat oder Video

17.45-17.55 Uhr: Kurz-Interviews 4

4. Co Create Cross Innovation: „Menschen und Organisationen kokreativ und wertebewusst entwickeln“ – Wie lässt sich das Potenzial von Mitarbeiter*innen durch kokreative Organisationsentwicklung fördern und entfalten?

MIRCO HITZIGRATH / Bereich Kultur und Entwicklung, Upstalsboom Weg, Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH

BARBARA SCHNEIDER / Illustratorin, Graphic Recording, Strategische Visualisierung, Training, Visual Facilitators GmbH

Die Covid-19-Pandemie hat die Tourismusbranche hart getroffen. Wie viele Hotelanbieter musste auch die Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH von einem auf den anderen Tag seine Hotels und hunderte Ferienwohnanlagen entlang der Nord- und Ostseeküste schließen, darunter die Hotelresidenz und Spa Kühlungsborn sowie die Aparthotels in Boltenhagen und Karlshagen. Wie bei Upstalsboom üblich wurden die Mitarbeiter*innen sofort in das Krisenmanagement einbezogen. Jeder übernahm Verantwortung und brachte sich kokreativ mit Ideen und Vorschlägen dort ein, wo er mit seinen Fähigkeiten und Kompetenzen am wirksamsten helfen konnte. Unternehmenskultur und Potentiale von Mitarbeiter*innen werden bewusst gefördert, u. a. von Mirco Hitzigrath, der als Upstalsboomer im Bereich Kultur und Entwicklung tätig ist. In Workshops und Akademien stärkt er Werte wie Freiheit, Selbstvertrauen, Mitgestaltung, Eigenverantwortung, Verbundenheit und Selbstwirksamkeit.

Die kokreativen Prozesse bei Upstalsboom werden von Kreativschaffenden maßgeblich unterstützt und inspiriert. Graphic Recorderin und Strategievisualisiererin Barbara Schneider von Visual Facilitators bereichert die Organisationsentwicklung bei Upstalsboom mit Bildprotokollen, Graphic Recording & Visual Facilitation. „Kokreation ist wie ein fließender, beweglicher Strom“, sagt Barbara Schneider. Er kann in verschiedene Bahnen gelenkt werden – dadurch, dass jeder seine Erfahrungen und sein Wissen einbringt, dass Synergien entstehen und neue maßgeschneiderte Lösungen entstehen. Barbara Schneider hält auf Events und bei kokreativen Workshops der Organisationsentwicklung die Inhalte in Bildern fest, all das, was die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen, denken, fühlen, wofür sie brennen und woran sie zuweilen auch zweifeln.

„Stimmung, Emotionen, Zusammenhänge, sowie das Unausgesprochene im Raum sind ebenso wichtig wie die Sachinformationen, um am Ende ein vollständiges Bild zu erhalten“, sagt Schneider. „Zuhören und zeichnen funktioniert ganzheitlich auf allen Ebenen und bringt sie im Bild zusammen, genauso, wie das Bild umgekehrt anschließend ganzheitlich auf die Teilnehmenden wirkt und die Inhalte dadurch leicht erschließbar macht.” Gerne bezieht sie die Teilnehmer in den Zeichenprozess ein. Sie sollen die Bilder als etwas Eigenes empfinden und sich in ihnen wiederfinden. Die Bilder dienen ihnen nach der Veranstaltung als Anker, über den ihre eigenen Erinnerungen an die Veranstaltung und ihre Themen wiederbelebt werden. Die Livezeichnungen sind keine Kunstwerke, sondern sehr zielgerichtete und prozessorientierte Arbeitsbilder, mit denen reflektiert und anschließend nachhaltig weitergearbeitet wird.

Schneider sagt: „Eine zielgerichtete Vorbereitung ist wichtig, um sich mit der Welt des Co-Creation Partners vertraut zu machen, das gemeinsame Projekt zu besprechen und zu planen. Gut für die Potentialentfaltung bei der Umsetzung ist natürlich Zusammenarbeit auf Augenhöhe, gegenseitige Wertschätzung, Kreativität, Neugier, Offenheit und Spaß daran, die eigenen Stärken ins Ganze einzubringen, um gemeinsam etwas Neues zu erschaffen und es wachsen zu lassen. Immer entsteht dabei eine besondere kreative Energie und die sollte man auf jeden Fall dann auch genießen und feiern.“

Mirco Hitzigrath / © Upstalsboom

Mirco Hitzigrath ist Upstalsboomer im Bereich Kultur und Entwicklung des Unternehmens Upstalsboom Hotel und Freizeit. Nachdem er fünf Jahre als Hoteldirektor auf Rügen den Upstalsboom Weg aktiv mitgestalten konnte, setzt er sich seit 2016 dafür ein, dass Menschen gestärkt werden, sich persönlich zu kennen, ihre Potenziale zur Entfaltung zu bringen und erfolgreich zu sein. Die Arbeit an der Haltung soll verstehbar und praxisnah erfolgen, die Personal- und Organisationsentwicklung nachhaltig sein. Kernthemen seiner Arbeit sind Führungsentwicklung, Leitbild, Unternehmenskultur. www.der-upstalsboom-weg.de   

Barbara Schneider / © Visual Facilitators

Barbara Schneider ist Graphic Recorderin, Strategische Visualisiererin und Trainerin für Visualisierungsmethoden im Team von Visual Facilitators. Als sie klein war, sagten ihre Eltern immer: Kind, Du hast eine blühende Fantasie. Heute ist das ihre größte und kreativste Stärke beim Visualisieren. Sie zeichnet Graphic Recordings live auf Veranstaltungen, entweder auf große Wandbilder oder digital. Das sind visuelle Protokolle in denen die gesprochenen Veranstaltungsinhalte bildlich umgesetzt werden. Um ihre Kunden mit Visualisierungen bestmöglich zu unterstützen, ist ihr eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr wichtig. Sie begleitet Upstalsboom inzwischen seit 4 Jahren mit ihren Bildern, die den Weg des Unternehmens visuell dokumentieren und thematisch spiegeln und die von den Upstalsboomern gerne als Arbeitsbilder für weitere Entwicklungsschritte genutzt werden. Positive menschliche Entwicklung, ganzheitliches Denken, Denken und Handeln im Wir, CO2- und Plastikreduktion sowie Nachhaltigkeit liegen ihr persönlich besonders am Herzen. www.visualfacilitators.com

17.55-18.00 Uhr:
2-3 Fragen der Teilnehmer*innen über Chat oder Video

18.00-18.10 Uhr:
Serendipity-Austausch
in break out room über kokreatives Arbeiten

18.10-18.15 Uhr:
Verabschiedung, Ausblick auf 18.11.

Panel-Konzeption, Moderation und Interviews: ANTJE HINZ / Wissensdesignerin MassivKreativ und Netzwerkmanagerin im Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft Westmecklenburg

Antje Hinz / © Martina van Kann

Antje Hinz ist Wissenschaftsjournalistin, Wissensdesignerin, Prozessbegleiterin und Netzwerkmanagerin. Nach 15 Jahren Rundfunktätigkeit in der ARD entwirft und realisiert sie seit 2005 im Silberfuchs-Verlag (als geschäftsführende Gesellschafterin) und für MassivKreativ, Labor für gesellschaftliche Wertschöpfung, wissensvermittelnde Konzepte und mediale Projekte (Film, Audio, Text) für Kultur und Bildung, Regionalentwicklung und Gesellschaftsgestaltung, Politik und Verwaltung. Zum Selbstverständnis aller Projekte gehören Partizipation und kokreative Einbindung verschiedener Partner an den Schnittstellen zwischen analog und digital. Antje Hinz absolvierte ein Hörfunkvolontariat und studierte Musikwissenschaft, Journalistik und Slawistik an der Universität Hamburg sowie Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
www.massivkreativ.de

LINKS ZUM THEMA CROSS INNOVATION:

Portal MassivKreativ mit Medienbeiträgen, Filmen, Interviews über verschiedene Cross Innovation-Projekte und Künstlerische Interventionen

Cross Innovation Hub und Emergency Lab (digital) der Hamburg Kreativgesellschaft, mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanziert.

CTCC – Creative Traditional Companies Cooperation, Projektflyer von fint e.V – Gemeinsam Wandel gestalten, CCTC wird gefördert im Rahmen des Interreg South Baltic Programm mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), EU-Projektwebsite

Initiative »Unternehmen! KulturWirtschaft« am Nordkolleg Rendsburg (2012-2015), gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein mit europäischen Mitteln aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft, begleitende Studie zu Cross Innovation und Künstlerischen Interventionen von Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Atelier im IT-Großraumbüro von CommunityArtWorks

Labor für Kunst und Wirtschaft NRW

Kunstbasierte Interventionen in Unternehmen von KalendArt

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